Sexualität und Überleben

Blog / 6. Februar 2019

Wenn wir das Leben, das Überleben des Einzelnen und der Spezies als den Ursprung und das Ziel des menschlichen Lebens ansehen, wenn dies der ursprüngliche Sinn des Lebens ist, so müssen wir uns fragen, wenn dies Ausgangspunkt und Ziel des Lebens ist, was dann die Faktoren sind, die diesen Kreislauf am Leben halten. Was treibt den Menschen an, was ermöglich ihm dieses Überleben? Und eine naheliegende Triebkraft des menschlichen Lebenswillens ist die Sexualität.Wir könnten sagen: Wenn die Menschen nur ausreichend Sex miteinander haben und somit Nachfahren zeugen, ist dem Sinn des Lebens genüge getan. Ich werde später erläutern, warum dies nicht die stärkste aller Kräfte in uns ist. Jetzt aber müssen wir uns erst die Bedeutung der Sexualität deutlich machen.


Ohne Fortpflanzung kein Leben. Ohne Sexualität keine Fortpflanzung.
Wir können hier die modernen technsichen Reproduktionstechniken außer Acht lassen. Ja, es ist mittlerweile möglich, durch Samenspenden und Reagenzglasbefruchtung menschliches Leben auch ohne Sexualität Menschen zu erschaffen. Diese technische Möglichkeit wirkt aber nicht zurück auf die Existenz der Sexualität des Menschen. Die Möglichkeit, die Spezies zu erhalten ohne Sex haben zu müssen wirkt nicht zurück auf die biologische Beschaffenheit des Menschen. Der Sexualtrieb hat sich über Jahrtausende und länger entwickelt und lebt. Technische Möglichkeiten führen nun nicht dazu, dass dieser Trieb abgeschafft wird. Die menschliche Biologie, Genetik, Beschaffenheit wird nicht verändert, niur weil es neue Möglichkeiten gibt. Dass ein Mann Sperma spenden kann und es vielleicht auch tut führt nicht dazu, dass er keinen Sexualtrieb mehr hat. Es gibt hier keine Wirkung der Technik und Aktion auf die Beschaffenheit des individuums oder gar seiner Art. Eine Frau, die sich künstlich befruchten lässt, verliert hierdurch nicht ihren Sexualtrieb. Was auch immer aktuelle und zukünftige Möglichkeiten sind, Fortpflanzung und Sexualität zu entkoppeln, es ist ein weiter Weg, bis dies Auswirkungen hat auf die Sexualität der gesamten Menschheit. Sexualität ist real. Und sie ist real, weil sie eine zwingende Bedingung dafür ist, dass wir leben, dass es die Menschen überhaupt gibt, dass wir es überhaupt geschafft haben, bis hierhin zu überleben.


Wir können sagen, dass die menschliche Sexualität unmittelbar und ursächlich verbunden ist mit dem Leben. Aus dieser so grundsätzlichen fundamentalen Bedeutung der Sexualität ür dsa Überleben der Spezies lässt sich auch die unfassabr große Bedeutung der Sexualität für den Einzelnen erkennen. Wäre Sexualität eine Wahloption, könnte sich der Mensch entscheiden, sexuell zu fühlen oder nicht, die Menschheit hätte es vermutlich nicht bis heute geschafft. Sexualität birgt viele Risiken und Probleme und die Zeugung eines Kindes ohnehin. Könnten die Menschen frei entscheiden, auf Sexualität zu verzichten, weil es einfach zu kompliziert und anstrengend ist, viele würden dies tun. Manche versuchen es. Tatsächlich gelingen kann dies aber kaum. Denn es ist für den Fortbestand der Art unerlässlich, dass der sexuelle Trieb so stark ist, dass es kein Entkommen gibt, dass es außerhalb unserer Macht liegt, diesen zu verleugnen, ja abzuschaffen. Diese Größer und Stärke der Sexualität, die die Möglichkeiten des Einzelnen weit übersteigen, zeigen, wie sehr gelebte Sexualität und Überleben innerlich in der Biologie des Menschen verknüpft sind.


Wenn wir Sexualität brauchen um zu überleben, so bedeutet also eine Unterdrückung der Sexualität eine unmittelbare Gefahr für das Leben und Überleben des Einzelnen. Auch wenn das Individuum diese unmittelbare Verknüpfung so nicht sieht oder erkennt, so erlebt er doch die Auswirkungen. Eine unterdrückung, Gefährdung, Schädigung der eigenen Sexualität übt einen solchen Druck, eine solche Gefahr auf den Einzelnen aus, dass diese an seinem Kern, an seinem Überleben rüttelt. Zwar wird kein Mann sagen, dass sein eigenes Leben davon abhängt, ob er Sex hat oder nicht. Er wird aber in seiner spezifischen Reaktion auf eine Schädigung seiner Sexualität reagieren, als ginge es tatsächlich um sein Leben. Ist unser Leben in Gefahr, tun wir was nötig ist, um zu überleben. Wenn es um das eigene Überleben geht, geht es nicht mehr um Moral, nicht mehr um Konvention, denn dann sind wirkmächjtigere Krä#fte am Werk. Und eben diese beobachten wir in all jenen Fällen, in denen eine gewalttätige Unterdrückung der Sexualität sich brutal Bahn bricht.


Eine sexfeindliche Kultur wie etwa in patriarchalischen lustunterdrückenden Gesellschaften wie den arabischen Taliban führt zu Gewalt, da sich die unterdrückte, nicht ausgelebte sexuelle Energie wo anders Bahn bricht. Dies gilt für die Männer dieser Gesellschaft und ihre vielfältigen Formen von Gewalt. Dies gilt auch für die Frauen dieser Gesellschaft und ihre massiven gesundheitlichen psychischen mentalen Störungen.Auch eine Unterdrückung, sei sie staatlich oder gesellschaftlich, von Homosesxualität oder schlicht jeder der vielfältigen Schattierungen menschlicher Sexualität ist eine Form der Gewalt gegen den Einzelnen. Zwar führt eine ausgelebte homoerotische Sexualität nicht zur Fortpflanzung, doch rüttelt dies nicht an der historischen Verknüpfung der Sexualität mit dem Überlebenstrieb des Menschen. Die konkrete sexuelle Orientierung des Einzelnen ist nachgelagert der grundsätzlichen Verknüpfung des Sexualität mit dem Leben und Überleben der Menschheit. Jedwede Unterdrückung von Sexualität ist Gewalt und führt zu Gewalt, sei sie gegen sich selbst oder andere.Sozial- und Sexualwissenschaftler haben durchaus eine Berechtigung, wenn sie den jungen Mann als ein Grundübel der Menschheit und als eine latente Gefahr für diese ansehen, denn die unfassbar großen wirkenden Kräfte der erwachenden männlichen Sexualität gepaart mit wachsenden physischen Kräften, dem pubertär wachsendem Wunsch nach Anerkennung und Gemeinschaft sowie den mannigfaltigen gesellschaftlichen Widerständen und Frustrationen im Sozialen wie Sexuellen müssen zwangsläufig zu Gewalt führen. Seien es tiefe psychologische Störungen und Erkrankungen, also Gewalt gegen sich selbst, oder aber nach außen gewnedete Gewalt in unzählbaren grauenvollen Formen: bullying, Vergewaltigung, Weltkrieg – wer am Kern des Lebens rüttelt, den der Mensch in sich hat bewirkt, dass dieser Mensch an der Welt rüttelt.Beschneidung bei Frauen, Verurteilung nicht mehrheitsfähiger Sexualpraktiken, Zwängen von stillen Jungs in eine toxische Männlichkeit und von lauten in ein angepasstes Leben, Reduzierung einer Frau auf ein vermeindlich allgemeingültiges Ideal, also von einer individuellen Frau erwarten, dass sie Mutter sein soll oder Mutter und Geschäftsfrau oder nur Geschäftsfrau – all dies ist Gewalt. Sexualität geht vom Trieb des einzelnen aus und muss selbstbestimmt und frei gelebt werden. Die Freiheit zu wählen zu sein was man ist ist Grundbedingung nicht nur dafür, als Mensch eben Mensch sein zu können, sondern auch Grundbedingung für ein friedliches Miteinander. Eine freie Sexualität ist somit unmittelbar verbunden mit dem Überleben des Einzelnen als gesunder Mensch als auch der Gesellschaft der Menschen, ja der Spezies an sich. Und der grund liegt eben in der biologisch historischen unlösbaren Verknüpfung von Sexualität und Leben.


Wenn wir also sehen, wie übermenschlich stark die Sexualität des Menschen ist und sein muss und wie wider der Freiheit des Einzelnen und wie gewaltsam eine unterdrückung der individuellen Sexualität ist, so geraten wir in Bereiche praktischer Sexualität, die an sich brutal und ebensgefährdend sind. Müssen wir der obigen Logik folgend auch beispielsweise Pädophilen erlauben, ihre Sexualität auszuleben um uns nicht schuldig zu machen an Gewalt ihnen gegenüber?Hier ist die Sache im ersten Moment kompliziert, denn Pädophile, die hier nur ein Beispiel für viele mögliche und existierende krankhafte Sexualität stehen, sind gleichzeitig Täter und Opfer. Ihre fehlgeleitete, ja krankhafte Sexualität ist entweder unverantwortete ererbte Veranlagung oder das Ergebnis schädigender Einflüsse auf die individuelle erwachende Sexualität. So hat ein Pädophiler zwar selbst keine Schuld an der eigenen Erkrankung und ein Recht auf ein Leben in Freiheit und Glück. Die Auslebung seiner Sexualität führt jedoch zwangsläufig zu Gewalt gegen andere. Wie können wir also Freiheit und Unversehrtheit aller Betroffenen gewährleisten? Ein erster Schritt muss sein die Qualen des Pädophilen anzuerkennen, denn er ist sich seiner Bedürfnisse meist ebenso bewusst wie der Falschheit seiner gewollten Taten. Dennoch wissen wir, wie stark der Zwang ist, sexuelle Befriedigung zu erfahren. Wir müssen also die Sexualität dieses Menschen ernst nehmen und gleichzeitig verhindern, dass ein Ausleben dieser krankhaften Sexualität Gewalt gegen andere bedeutet. Ohne hierbei ins Detail zu gehen können hier technische Möglichkeiten wie beispielsweise Virtual Reality Abhilfe schaffen. Wir müssen anerkennen, dass eine starke sexuelle Störung therapiert und betreut werden muss, aber nicht immer heilbar ist. Wir müssen, auch und vor allem um andere zu schützen ermöglichen, dass selbst eine solche kranke Sexualität ausgelebt werden kann, dies aber ohne Schädigung anderer. Cybersex kann hier möglicherweise als sexuelles Metadon wirken. Zwar werden die gewohnten Kreise nun warnen, dass eine solche vermeindliche Akzeptanz von Pädophilie dazu führt, dass sich die zahl der Pädophilen erhöht, doch ist dies abwegig. Die eigene Sexualität ist keine Frage der persönlichen Entscheidung, wie wir es ja bereits bei der Thematik der klinischen Befruchtung gesehen haben. Gelebte Sexualität bedeutet sein zu können, was man ist und nicht eben der Versuch zu werden, was andere oder man selbst erwarten. Nur weil wir krankhaften Menschen helfen, zu leben ohne anderen zu schaden führt ebenso wenig dazu, dass es mehr solcher Erkrankungen gibt wie ja auch eine Akzeptanz von Homosexualität nicht zu einer Epidemie von Homosexualität führt. Wer so argumentiert verkennt die Reihienfolge der Ursachen und Wirkungen menschlicher Sexualität.







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